Bin ich vielleicht wieder gewandert: bestimmt wieder 15km und viel bergauf und ab. Die Inkatreppe am Morgen mit meinem gesamten Gepäck war der Hammer. So bin ich dann auch gleich in einem der ersten Hostels abgestiegen: für 80 Bolivar mit einem eigenen Bad und einer traumhaften Aussicht - also um die 11 Euro. Von dort war ich nach einer mehr als notwendigen Pause und heftigen Hustenanfällen am Vormittag Richtung Süden losgewandert. Die Aussicht war atemberaubend. Im Süden lag dann sich das gut erhaltene Gebäude der Inkas. Dazu mußte ich wieder fast wieder runter bis auf Höhe des Wasserspiegel. Aber das war eine tolle Wanderung, auf der ich keine Leute getroffen hatte - erst da bei der Inka-Stätte. Auf dem Rückweg bestellt ich mir in einer der vielen Kneipen ein Menü mit Quinoa-Suppe und Gemüseomelett und einen Mate Tee dazu. Ich hatte dann erstmalgenug Power, um auf den Kamm der Insel zu steigern. Nach einem Bier bei herrlichem Blick nach Westen und dem Zugang zum Internet lief ich nochmal weit bis in den Norden der Insel. Bis zu den Ruinen schaffte ich es nicht mehr: ich wollte nicht in die Dunkelheit kommen und traute mir nicht noch einen kompletten Anstieg bis zum höchsten Gipfel zu. Aber die Tour ist ja auch für morgen geplant. Ich habe mich jetzt für die Nachbarkneipe entschieden, die auch Internet hat. Hier habe ich freundlich gefragt, ob der Fernseher ausgeschaltet werden kann. Jetzt läuft bolivianische Musik - das fetzt. Das Essen war auch lecker: wieder Quinoa-Suppe und dazu dann Hühnchen ohne Knochen. Und Bananen mit Schokolade. Und beim Bier schaue ich jetzt dem Sonnenuntergang zu. Das Wetter ist wieder besser geworden - es hat doch nicht gewittert, obwohl es rundum in den Bergen schlimm aussah und heftigere Wind aufkam. Im Moment regnet es in Pune in Peru. Dort glitzern heute tagsüber viele hunderte Boote in der Ferne und spiegelten das Sonnenlicht. Heute konnte man auch das erste mal die hohen schneebedeckten Berge in der Ferne sehen. Trotzdem komischer Heiliger Abend. Aber ohne Familie vermisse ich auch nichts. Im Gegenteil: ich genieße die fast 14 Stunden langen Tage und koste fast jede Minute aus. Ich freue mich über blühende Blumen und das Vogelgezwitscher am frühen Morgen. Es gibt hier jede Menge Vögel: spatzenähnliche mit einem Häubchen (Lerchen?), Sichler am Ufer, tauchende Schwimmvögel, bunte Vögel, amselartige... Es ist kaum vorstellbar, dass es tagsüber nur um 7 Grad Celsius sein soll. Es sind gefühlte 25 Grad und ein T-Shirt reicht , wenn die Sonne kachelt.
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