Hab den Holländer aus dem Dschungel getroffen. Er wird mit mir nach Madrid fliegen.
Bo reist nach Bo-livien
Sonntag, 17. Januar 2016
16.01.2016 Lima Airport
Hab den Holländer aus dem Dschungel getroffen. Er wird mit mir nach Madrid fliegen.
Samstag, 16. Januar 2016
16.01.2016 Abschied von La Paz
Ich hatte wieder extrem schlecht geschlafen - nicht nur, weil es lange auf der Straße laut war. Die Atmung machte mir hier wieder zu schaffen. Das merkte ich auch nach dem Frühstück bei meiner letzten Runde durch die Stadt. Ich war gegenüber noch einmal zur Kathedrale spaziert, ganz schön bergauf hier auf 3800 Meter Höhe. Danach wollte ich eigentlich meine letzten Boliviano auf den Kopf stellen. Aber ich hatte nichts gefunden, was mir so richtig gefallen hatte. Weil ich ziemlich kaputt von der kleinen Runde war, bin ich etwas früher zum Hotel zurück. In spätestens einer Stunde will ich los. Ich muß noch zusammenpacken und auschecken - das war es dann wieder einmal.
15.01.2016 La Paz, Hostal Naira
Das Hotel liegt genial und diesmal habe ich auch ein viel besseres Zimmer: vom Erker Blick zur Kirche, vom kleinen Balkon die Gasse aufwärts. Es gibt einen kleinen Tisch, sodass ich meinen Mojito Mixxtail, den ich am Flughafen als Promotion bekommen hatte, hier im Zimmer genießen kann. Fast so gut, wie in der Kneipe sitzen.
Ich bin natürlich heilfroh, dass mein Flug dann tatsächlich 15 Uhr gestartet war und so auch pünktlich in La Paz gelandet war. Ich bin wieder mit dem Collectivo zum Plaza San Francisco gefahren und war so gleich beim Hotel. Ich habe eigentlich nur meine Sachen abgeworfen, bin zur Hauptstraße runter und habe ein Collectivo zur Teleferico rojo genommen. War die Seilbahnfahrt vielleicht genial. Was für ein Blick heute über die Stadt und die Berge!!! Oben auf dem Altiplano sah es recht friedlich und zuverlässig aus. Ich traute mich daher, mir ein Taxi zu nehmen und zur gelben Seilbahn zu fahren, um an einer anderen Stelle in der Stadt wieder unten anzukommen. Für reichlich 3 Euro fuhr mich der Taxifahrer quer durch den alltäglichen Stau. Das hat etwas mehr als 1/2 Stunde gedauert. Mit der gelben ging es wieder steil bergab - staufrei. Ein geniales Verkehrsmittel hier, das die Österreicher im letzten Jahr in Betrieb genommen haben - eine atemberaubende Fahrt für weniger als 0,50€. Und ein Muss (!) in La Paz. Das war das mindeste, was ich hier noch tun und sehen wollte.
Von der Seilbahnstation bin ich zum Hotel zurück gelaufen, habe noch ein paar kleine Souvenirs gekauft und war kurz vor 20 Uhr in meinen Zimmer. Weil das so herrlich ist, muß ich heute auch nicht mehr raus. Im dunklen ist mir La Paz immer noch etwas unheimlich wegen der Kriminalität, auch wenn überall Polizei präsent ist und ich nichts Schlechtes aus erster Hand erfahren konnte.
Ich hatte am Flughafen in Rurre noch ein paar Fotos gemacht, damit man sich so einen Dschungelflughafen vorstellen kann. Nun gut: keine Graspiste, und für regulären Flugbetrieb ausgelegt ist er. Auch wenn man dort nur auf Sicht landen und starten kann. Wer sowas mal plant: mehr Puffer wäre besser - 56 Liter Regen waren heute angesagt (dann wäre es wirklich schief gegangen).
Freitag, 15. Januar 2016
15.01.2016 Rurrenabaque, nervös
Ich war froh, dass heute früh schönes Wetter war. So sollten die Maschinen pünktlich fliegen. Die erste Maschine soll auch termingerecht geflogen sein. Die 10.30 Uhr Maschine (eigentlich meine) ist jetzt aber zur Wartung. Und langsam zieht sich der Himmel wieder zu. Da ich auf 15 Uhr gebucht bin, gibt es danach im Flugplan nur noch 3 Abflüge, mit denen ich meinen Heimflug schaffen kann: einen heute, zwei morgen früh. Nur mit viel Glück würde der 12.50 Uhr Flug morgen noch reichen, dass ich heimkomme.
Als ich das noch nicht wußte, war der Tag noch besser. Ich hatte im Hotel gefrühstückt. Am Nachbartisch saß eine Griechin, die zwei Monate unterwegs ist. Sie lebt in England und reist von Peru über Bolivien, Argentinien nach Uruguay. Wow. Irgendwas machen wir falsch. Ich will auch unbezahlten Urlaub!
Nach dem Frühstück von ich auf der Suche nach dem view point durch die Stadt gebummelt. War ganz nett, weil die Ränder der kleinen Stadt etwas grüner sind. Habe noch einen zweiten Markt entdeckt - aber auch der war sehr klein und nicht spektakulär. Ich saß noch eine Weile am Rio Bení und schaute den Leuten zu, aß einige von den leckeren Achachurai-Früchten. Und erst danach ging ich zu Amaszonas und dann etwas frustriert wieder zum Hotel. Da hänge ich jetzt in der Hängematte und faulenze.
14.01.2015 Rurrenabaque, abends
Oh - es wird kritisch, nach Hause zu kommen. Ich habe heute viele Leute im Büro von Amaszonas sitzen sehen, deren Flug verspätet war oder ausfiel - auch Matt und die beiden Mädels und der Argentinier. Selbst ein Tag Puffer kann eng werden... 6 oder 7 Flüge liegen dazwischen.
Inzwischen weiß ich, dass ich von 10.30 auf 15 Uhr umgebucht bin. Wenn morgen wieder so viel Regen ist, bleiben mir immer noch 20 Stunden, um meinen Flug noch zu schaffen. Das ist nicht viel! Mit dem Auto ist das nicht zu schaffen und auch viel zu anstrengend.
Donnerstag, 14. Januar 2016
14.01.2015 Rurrenabaque, vormittags
So: langsam geht der Urlaub dem Ende entgegen. Zeit, um etwas in der Hängematte abzuhängen. 7 Uhr habe ich gefrühstückt, war runter zum Rio Bení gelaufen und bißchen durch die Straßen gebummelt. Den Markt habe ich dann schließlich auch gefunden. Der ist nur ganz klein und bescheiden. Im Obergeschoss konnte man wieder essen. Es gab leckere Burritos und Empanadas mit Käse. Einen Kaffee dazu - und ich mußte mein eigentlich beendetes Frühstück fortzusetzen. Vorher hatte ich mir aber noch eine große Hängematte gekauft mir Platz für zwei.
Bis jetzt hatte es die ganze Zeit genieselt.
Gestern abend war ich übrigens noch auf ein Bier unterwegs in der City - hauptsächlich aber, um im Web meinen Blog hochladen zu können. Ich traf unsere guides mit der Truppe der letzten Tage und entschied mich für diese Kneipe. Der Wirt oder Inhaber dort hatte 7 Jahre in Deutschland gelebt, sprach auch ein paar Worte deutsch.
Inzwischen ist der Regen vorüber - Zeit für einen längeren City-Bummel.
12.01.2016 Madidi Eco-Lodge
Der Urlaub nähert sich dem Ende. Heute war der letzte volle Tag hier und es wird die letzte Nacht werden. Morgen Vormittag gibt es noch eine Wanderung, und dann geht es am Nachmittag zurück nach Rurrenabaque. Zwei Nächte noch dort, eine in La Paz und der Urlaub ist vorüber.
Heute sind wir alle zusammen 2 Stunden bis zum See gefahren, um Pirañas zu angeln. Dort hatte die Eco-Lodge vor vielen Jahren ihren Ursprung. Die alte Lodge steht noch und sie liegt wunderbar an einem See unweit vom Fluss. Damals hatte man es noch nicht so genau genommen mit der Natur. Um die Lodge herum sind Kaffee- und Bananenplantagen und es ist recht viel gerodet worden. Dennoch ist es traumhaft schön. Der Hoatzin lebt dort am See - ein bunter hühnergroßer fast prähistorischer Vogel. Und viele andere Vögel natürlich. Auf der Hinfahrt sahen wir das größte Nagetier der Welt: der Capibara (?) bis zu 50kg schwer und riesig groß - ein bisschen wie ein Biber oder ein Nutria - ohne Schwanz. Auf der Rückfahrt gab es eine riesige Gruppe yellow squirrel monkeys zu sehen - wir haben dazu am Ufer angelegt und waren den vielleicht hundert kleinen Affen etwas gefolgt.
Der Tag war regenfrei und wunderschön. Eine kleine Wanderung gab es nach dem Mittagessen unterm Mangobaum. Leider haben wir außer Zuckerrohr und Kaffee nicht viel gesehen. Aber wir durften das Zuckerrohr probieren.
Die Pirañas haben wir mit Fleischstückchen gefangen. Ich hatte recht schnell einen abgefressenen Köder und dann auch bald einen an der improvisierten Angel. Ich war mit Orlando und dem Argentinier im Kanu. Die haben meinen Fisch wieder abgemacht und freigelassen. Ich hatte dann später noch einen am Haken, der kurz über dem Auge des Fisches steckte - da war mir dann die Lust vergangen - Tierquälerei. Die anderen haben die Pirañas mitgenommen - die gab es dann heute zum Abendbrot als Extra. Wer frisst wen. Danach habe ich mit Orlando noch eine kleine Nachtwanderung gemacht. Außer Spinnen und Insekten gab es nichts zu sehen. Einen wunderbaren Sternhimmel zwischendurch. Ich habe erst heute den herrlichen viewpoint am Hang über dem Bootsanleger entdeckt. Dort gab es zwischen der nachmittäglichen Dusche und dem Abendbrot ein Bierchen bei einem traumhaften Blick auf die untergehende Sonne. Ich könnte es noch eine gute Weile hier oder dort am See aushalten - auch ohne Bier, Wein, Strom oder Internet. Schön wäre nette Gesellschaft dabei. Weder mit den New Yorkern noch mit dem Argentinier werde ich richtig warm. Die Truppe in Uyuni war genial - oder die nette Julia aus Frankreich. Ich hätte große Lust, mal nach San José 5 Stunden flussauf zu fahren und mir das Leben dort anzuschauen. Und: mein Paddelboot hierherzushippen und dann zwei Wochen so einem Fluß wie hier zu folgen. Anlegen, wo ich will, schlafen im Zelt am Ufer. Hier oder in Burma vielleicht. Survival mit dem Komfort, alles wichtige im Boot zu haben. Angst habe ich keine - außer vor Stromschnellen und beim Kentern alles zu verlieren. Das wäre dann schon ganz schön hart. Hier kommt am Tag allenfalls ein einziges Boot vorbei. Und Survival mit dem, was man am Leibe trägt ist bestimmt nicht mehr lustig. Wobei ich den Dschungel für weniger gefährlich halte, als jeden anderen Wald auch. Hier jedenfalls. In Sumatra mit dornigem Rattan und undurchdringlichem Bambus und feuchten glitschigen Hängen ist das bestimmt härter. Hier wirkt der Dschungel weit weniger bedrohlich. Die Geräuschkulisse ist faszinierend - bei Tag wie bei Nacht.
11.01.2016 Madidi Eco-Lodge, abends
Die Nachmittagswanderung überraschte uns mit einem Riesenameisenbär. Den hat der Guide Orlando selbst seit zwei Jahren nicht mehr gesehen. Einer großen Rotte Wildschweine kamen wir sehr nahe - kaum 10 Meter. Der guide sagte, dass die sogar einem Jaguar gefährlich werden können, ihn umzingeln und überwältigen können. Uns tun sie nichts, solange wir uns ruhig verhalten. Sonst gab es die Hawlermonkeys, die den ganzen Wald zusammenschrieen, fliegende Truthähne - bzw. deren Verwandte. Und eine spannende Geschichte um ein riesiges durcheinander laufendes Ameisenvolk. Vögel und andere Tiere folgen ihnen, weil die Ameisen alles Kleingetier und alle Insekten aufscheuchen - leichte Beute dadurch weiter oben für die Vögel. Die Ameisen hängen sich zum Rasten in einer riesigen Traube an einem Ast zusammen. Wir mußten die Passage in großen schnellen Schritten durch die unzähligen Ameisen machen.
Den ganzen Tag hat es seit dem Morgen nicht mehr geregnet. Ich sitze am Fluß im Boot und schaue der Sonne beim Untergehen zu. Toller Sound hier unten.
Das Abendbrot war wieder lecker - Geschnetzeltes mit Mischgemüse und leckerem Kartoffelbrei. Während des Essens kam Toni der Tapir vorbei. Ich konnte ihn kurz fotografieren und streicheln. Er ist noch ziemlich klein und wurde hier aufgepäppelt, als man ihn winzig ohne seine Mutter aufgespürt hatte. Ein nachtaktiver Affe kam der lodge dann noch ganz nahe - ziemlich klein und farbig. Im Licht der Taschenlampen konnte man ihn gut sehen.
Heute saßen wir nicht so lange zusammen. Die Amis sind langweilig. Die drei reisen zwar zusammen, wirken aber ziemlich distanziert dafür. Und der Argentinier ist schlecht zu verstehen mit seinem Spanisch: er spricht schnell und undeutlich, vielleicht auch einen Dialekt. Ich lag noch lange vor der Hütte in der Hängematte und lauschte den Geräuschen der Nacht. Ich glaube, die Hawlermonkeys schrien immer noch, Frösche waren zu hören (anderer Sound als bei uns) und im Wald knackte immer mal was.
Der Plan für morgen ist ein Besuch bei der Lagune und Angeln von Pirañas. Auch darauf freue ich mich. Hoffen wir, dass es nicht den ganzen Tag regnet. Heute hatte es nur am frühen Morgen und in der Nacht geregnet - bis jetzt ist alles noch trocken draußen und durch die Bäume kann man ein paar Sterne sehen. Ich liege jetzt im Bett unter dem Moskitonetz , eine Kerze brennt auf dem Nachtisch und ich werde wohl trotz meines herrlichen Mittagsschlafs gut schlafen können.