Der Urlaub nähert sich dem Ende. Heute war der letzte volle Tag hier und es wird die letzte Nacht werden. Morgen Vormittag gibt es noch eine Wanderung, und dann geht es am Nachmittag zurück nach Rurrenabaque. Zwei Nächte noch dort, eine in La Paz und der Urlaub ist vorüber.
Heute sind wir alle zusammen 2 Stunden bis zum See gefahren, um Pirañas zu angeln. Dort hatte die Eco-Lodge vor vielen Jahren ihren Ursprung. Die alte Lodge steht noch und sie liegt wunderbar an einem See unweit vom Fluss. Damals hatte man es noch nicht so genau genommen mit der Natur. Um die Lodge herum sind Kaffee- und Bananenplantagen und es ist recht viel gerodet worden. Dennoch ist es traumhaft schön. Der Hoatzin lebt dort am See - ein bunter hühnergroßer fast prähistorischer Vogel. Und viele andere Vögel natürlich. Auf der Hinfahrt sahen wir das größte Nagetier der Welt: der Capibara (?) bis zu 50kg schwer und riesig groß - ein bisschen wie ein Biber oder ein Nutria - ohne Schwanz. Auf der Rückfahrt gab es eine riesige Gruppe yellow squirrel monkeys zu sehen - wir haben dazu am Ufer angelegt und waren den vielleicht hundert kleinen Affen etwas gefolgt.
Der Tag war regenfrei und wunderschön. Eine kleine Wanderung gab es nach dem Mittagessen unterm Mangobaum. Leider haben wir außer Zuckerrohr und Kaffee nicht viel gesehen. Aber wir durften das Zuckerrohr probieren.
Die Pirañas haben wir mit Fleischstückchen gefangen. Ich hatte recht schnell einen abgefressenen Köder und dann auch bald einen an der improvisierten Angel. Ich war mit Orlando und dem Argentinier im Kanu. Die haben meinen Fisch wieder abgemacht und freigelassen. Ich hatte dann später noch einen am Haken, der kurz über dem Auge des Fisches steckte - da war mir dann die Lust vergangen - Tierquälerei. Die anderen haben die Pirañas mitgenommen - die gab es dann heute zum Abendbrot als Extra. Wer frisst wen. Danach habe ich mit Orlando noch eine kleine Nachtwanderung gemacht. Außer Spinnen und Insekten gab es nichts zu sehen. Einen wunderbaren Sternhimmel zwischendurch. Ich habe erst heute den herrlichen viewpoint am Hang über dem Bootsanleger entdeckt. Dort gab es zwischen der nachmittäglichen Dusche und dem Abendbrot ein Bierchen bei einem traumhaften Blick auf die untergehende Sonne. Ich könnte es noch eine gute Weile hier oder dort am See aushalten - auch ohne Bier, Wein, Strom oder Internet. Schön wäre nette Gesellschaft dabei. Weder mit den New Yorkern noch mit dem Argentinier werde ich richtig warm. Die Truppe in Uyuni war genial - oder die nette Julia aus Frankreich. Ich hätte große Lust, mal nach San José 5 Stunden flussauf zu fahren und mir das Leben dort anzuschauen. Und: mein Paddelboot hierherzushippen und dann zwei Wochen so einem Fluß wie hier zu folgen. Anlegen, wo ich will, schlafen im Zelt am Ufer. Hier oder in Burma vielleicht. Survival mit dem Komfort, alles wichtige im Boot zu haben. Angst habe ich keine - außer vor Stromschnellen und beim Kentern alles zu verlieren. Das wäre dann schon ganz schön hart. Hier kommt am Tag allenfalls ein einziges Boot vorbei. Und Survival mit dem, was man am Leibe trägt ist bestimmt nicht mehr lustig. Wobei ich den Dschungel für weniger gefährlich halte, als jeden anderen Wald auch. Hier jedenfalls. In Sumatra mit dornigem Rattan und undurchdringlichem Bambus und feuchten glitschigen Hängen ist das bestimmt härter. Hier wirkt der Dschungel weit weniger bedrohlich. Die Geräuschkulisse ist faszinierend - bei Tag wie bei Nacht.
Donnerstag, 14. Januar 2016
12.01.2016 Madidi Eco-Lodge
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