Die Nachmittagswanderung überraschte uns mit einem Riesenameisenbär. Den hat der Guide Orlando selbst seit zwei Jahren nicht mehr gesehen. Einer großen Rotte Wildschweine kamen wir sehr nahe - kaum 10 Meter. Der guide sagte, dass die sogar einem Jaguar gefährlich werden können, ihn umzingeln und überwältigen können. Uns tun sie nichts, solange wir uns ruhig verhalten. Sonst gab es die Hawlermonkeys, die den ganzen Wald zusammenschrieen, fliegende Truthähne - bzw. deren Verwandte. Und eine spannende Geschichte um ein riesiges durcheinander laufendes Ameisenvolk. Vögel und andere Tiere folgen ihnen, weil die Ameisen alles Kleingetier und alle Insekten aufscheuchen - leichte Beute dadurch weiter oben für die Vögel. Die Ameisen hängen sich zum Rasten in einer riesigen Traube an einem Ast zusammen. Wir mußten die Passage in großen schnellen Schritten durch die unzähligen Ameisen machen.
Den ganzen Tag hat es seit dem Morgen nicht mehr geregnet. Ich sitze am Fluß im Boot und schaue der Sonne beim Untergehen zu. Toller Sound hier unten.
Das Abendbrot war wieder lecker - Geschnetzeltes mit Mischgemüse und leckerem Kartoffelbrei. Während des Essens kam Toni der Tapir vorbei. Ich konnte ihn kurz fotografieren und streicheln. Er ist noch ziemlich klein und wurde hier aufgepäppelt, als man ihn winzig ohne seine Mutter aufgespürt hatte. Ein nachtaktiver Affe kam der lodge dann noch ganz nahe - ziemlich klein und farbig. Im Licht der Taschenlampen konnte man ihn gut sehen.
Heute saßen wir nicht so lange zusammen. Die Amis sind langweilig. Die drei reisen zwar zusammen, wirken aber ziemlich distanziert dafür. Und der Argentinier ist schlecht zu verstehen mit seinem Spanisch: er spricht schnell und undeutlich, vielleicht auch einen Dialekt. Ich lag noch lange vor der Hütte in der Hängematte und lauschte den Geräuschen der Nacht. Ich glaube, die Hawlermonkeys schrien immer noch, Frösche waren zu hören (anderer Sound als bei uns) und im Wald knackte immer mal was.
Der Plan für morgen ist ein Besuch bei der Lagune und Angeln von Pirañas. Auch darauf freue ich mich. Hoffen wir, dass es nicht den ganzen Tag regnet. Heute hatte es nur am frühen Morgen und in der Nacht geregnet - bis jetzt ist alles noch trocken draußen und durch die Bäume kann man ein paar Sterne sehen. Ich liege jetzt im Bett unter dem Moskitonetz , eine Kerze brennt auf dem Nachtisch und ich werde wohl trotz meines herrlichen Mittagsschlafs gut schlafen können.
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